Statement

 

… denn sie wissen nicht, was sie tun
Ist nicht nur ein Bibelzitat (Lk 23,32-34) und der Titel der deutschen Synchronfassung eines Films mit James Dean, sondern könnte auch als Resümee der Arbeit mancher Brüssler EU-Beamten verstanden werden. Einerseits existiert da die Richtlinie 97/43/EURATOM des Rates vom 30. Juni 1997 über den Gesundheitsschutz von Personen gegen die Gefahren ionisierender Strahlung bei medizinischer Exposition (sog. „Patientenschutzrichtlinie“), die seit 2000 umzusetzen ist. In dieser wird unter anderem der möglichst sparsame Umgang mit ionisierenden Strahlen in der Medizin gefordert. Alternative Methoden sind, soweit verfügbar und einsetzbar, zu bevorzugen.

Andererseits wird sieben Jahre später die Richtlinie 2004/40/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (elektromagnetische Felder) erlassen, die 2008 umzusetzen ist. Folgt man konsequent dieser Vorschrift, sind MRTs in der derzeitigen Art nicht mehr vernünftig zu betreiben. Nur gut, dass wir diesmal nicht EU-Musterschüler gespielt und diese Vorschrift noch nicht in nationales Recht umgesetzt haben. Die einzige Konsequenz aus der Befolgung dieser beiden Richtlinien wäre dann die Selbstuntersuchung der Patienten im MR.

Und dann ist da noch die Industrie, die uns Geräte mit immer noch höherer Feldstärke verkaufen will. Mit allen Problemen, die bei höheren Feldstärken in Kauf genommen werden müssen. Man denke nur an die höheren Energiemengen die dem Patienten zugemutet werden (SAR) und physiologische Reaktionen wie Lichtsensationen und Übelkeit bei Feldstärken ab ca. 5 Tesla.
Wir niedergelassenen Institutsbetreiber sitzen irgendwo dazwischen und versuchen vernünftige Medizin zum Wohle unserer Patienten zu betreiben und wirtschaftlich zu überleben.

Beim diesjährigen CT/MRT-Symposium in Pörtschach werden wir wieder Gelegenheit haben, über diese und andere Facetten unseres Berufes zu diskutieren.

Ihr
Klaus Wicke



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